Kontaktanzeigen optimieren
Die Wirkungsweise von Kontaktanzeigen wird seit Mitte der 90er Jahre wissenschaftlich untersucht. Das Ziel dabei war die Bestätigung evolutionspsychologischer Hypothesen zum Thema Partnerwahl. Zwar bezogen sich die Untersuchungen bislang primär auf Kontaktanzeigen in Tageszeitungen. Dennoch können die Ergebnisse auch für Kontaktanzeigen bzw. Visitenkarten im Internet herangezogen werden.
Grundsätzlich gilt für beide Geschlechter, dass Partner gewünscht werden, die intelligent, liebenswürdig, verständnisvoll und gesund sind. Man sollte also in seiner Kontaktanzeige keinen gegenteiligen Eindruck erwecken. Diese allgemeinen Faktoren gelten übrigens weltweit. Darüber hinaus existieren jedoch auch klare geschlechtsspezifische Präferenzen, die bei Kontaktanzeigen eine wichtige Rolle spielen.
Da wäre zunächst einmal das Alter. Während Männer im Schnitt jüngere Frauen bevorzugen, gilt für das weibliche Geschlecht in puncto Alter genau das Gegenteil. Für Männer gilt: je älter der Mann, desto jünger die Frau, die er sich wünscht.
Ansonsten zählt für Frauen der Status eines Mannes - und seine Intelligenz. Evolutionstheoretiker, Psychologen und Soziologen sehen es mittlerweile als erwiesen an, dass Männchen, die über mehr "Ressourcen" verfügen, auch den größeren Fortpflanzungserfolg erzielen, da sie sich mit mehr Weibchen paaren. Der Grund dafür liegt in einer Asymmetrie in puncto "Kosten" für den Nachwuchs. Da - vor allem bei Säugetieren - die Weibchen den größten Aufwand bezüglich der Brutpflege übernehmen, ist ein entsprechendes Ressourcendisplay beim Männchen von Ausschlag gebender Bedeutung bei der Partnerwahl. Wer über mehr Ressourcen verfügt, kann also mehr Frauen und deren Kinder versorgen.
Doch sind es nur die materiellen Werte, die sexy machen? Neuere Studien des Evolutionsbiologen Geoffrey Miller zeigen, dass auch schöngeistige Dinge, die aus evolutionsgeschichtlicher Sicht eigentlich überflüssig sind, bei der Partnerwahl eine große Rolle spielen. Wenn Pfauenmännchen einen vorder–gründig sinnlosen, weil bei der Flucht störenden Schweif zur Schau tragen, sieht die Biologie darin einen besonderen "Fitness-Indikator", der der sexuellen Selektion auf die Sprünge hilft. Wenn Menschen malen, komponieren oder dichten, ist dies aus evolutionsgeschichtlicher Sicht also nur vordergründig sinnlos. Denn sogar Kultur dient offenbar dem Zweck: mehr Sex!
Weiter mit: Profilbild optimieren


