Risiken beim Online-Dating

Risiken durch den Anbieter

Anbieter von Dating-Diensten im Internet tragen eine hohe Verantwortung für ihre Kunden. Nicht immer werden sie dieser Verantwortung aber auch gerecht.

In unseren Leitlinien für Betreiber von Dating-Diensten beschreiben wir folgende Problembereiche eingehend:

  • Mangelnde Transparenz der Produkte: Dies bedeutet, dass nicht immer klar ist, wie viel man eigentlich für ein Produkt oder eine Leistung bezahlt bzw. was man dafür bekommt. So kann es etwa sein, dass man - ohne es zu merken - ein langfristiges Abonnement per Lastschriftverfahren abschliesst. Die Folge sind regelmässige Zahlungen, an die man kaum mehr herankommt. Ebenfalls gefährlich sind die die Zugänge zu Dating-Angeboten per Dialer. Dialer installieren Software auf dem eigenen Rechner und sind oftmals für unkontrollierbare Telefon- bzw. Online-Gebühren verantwortlich.

  • Mangelnder Schutz der Persönlichkeitsrechte des Nutzers Darunter fällt zuallererst der Datenschutz. Dem Nutzer von Dating-Angeboten sollte transparent gemacht werden, wofür seine Daten verwendet werden. Schließlich gibt er freiwillig zahlreiche persönliche Daten preis. Ebenso sollte gelten, dass Bildmaterial des Nutzers nicht ohne dessen Zustimmung - etwa für Werbemassnahmen - verwendet wird. Der Betreiber sollte darüber hinaus dem Nutzer adäquate Mittel zur Verfügung stellen, um unliebsame Kontakte (Internet-Stalking) zu vermeiden. Dies kann etwa durch entsprechende Filter geschehen.

  • Mangelnde Aufklärung des Nutzers über Risiken: Online-Dating ist für viele Menschen interessant. Das Wissen auch die Betreiber von entsprechenden Dating-Angeboten. Dennoch sollten sie auf die Risiken ihres Produktes hinweisen - dazu zählen vor allem die auf dieser Seite aufgelisteten Punkte. Diese Offenheit kann gerade Einsteigern das Leben leichter machen.

  • Mangelnde redaktionelle Überprüfung von Nutzerdaten: Was nützt das schönste Dating-Angebot, wenn der Großteil der vermeintlichen Singles aus Karteileichen besteht und der Rest aus Störenfrieden? Betreiber haben es heute in der Hand, ihre Nutzerdaten weitgehend auf Plausibilität zu überprüfen. Nutzer können per eMail oder Adressvergleich verifiziert werden. Passive Nutzer können nach einer gewissen Zeit gelöscht werden. Dies trägt zur Qualität des Produktes "Online-Dating" bei und rechtfertigt bei entsprechender Leistung die Mitgliedsgebühren.

  • Mangelnde Unterstützung des Nutzers bei Problemfällen (Kundendienst): Sollte es trotz aller gegebenen Sorgfalt des Betreibers zu Störungen kommen, sollte dieser durch professionelle und zeitnahe Unterstützung für deren Behebung sorgen. Entsprechend ausgebildetes Personal sollte dafür zumindest zu den üblichen Geschäftszeiten vorhanden und erreichbar sein. Per eMail und per Telefon.

Risiken durch Mitnutzer

Die allermeisten Nutzer von Dating-Angeboten möchten einfach nur einen Partner finden. Doch nicht jeder vermeintliche Internet-Flirter muss einem wohl gesonnen sein. 

  • Täuschung: Anonymität ist sicherlich einer der Vorzüge des Online-Datings. Sie erlaubt es, mit interessanten Menschen in Kontakt zu treten, ohne gleich "mit der Tür ins Haus" zu fallen. Doch wie meist hat auch dieser Vorzug seine Kehrseite: Anonymität kann bewusst missbraucht werden, um nichts ahnende Flirter hinters Licht zu führen. Internet-Nutzer, die andere Menschen durch das Vortäuschen einer falschen Identität ärgern, nennt man Fakes. Der vermeintlich harmlose Spaß endet dort, wo Gefühle verletzt werden. Die Täuschung kann jedoch auch so weit getrieben werden, dass arglose Opfer gezielt um Geldsummen gebracht werden.

  • Internet-Stalking:  "Stalking" ist die obsessive Verfolgung, Belästigung und Bedrohung einer Person gegen deren erklärten Willen. Das Internet bietet Stalkern ein neues Betätigungsfeld. E-Mails im Dauerfeuer, üble Nachrede in Chatrooms, schlimmstenfalls die Aufforderung an Dritte, das Objekt des Zornes zu belästigen - dies sind nur einige der Spielarten des Internet-Stalkings.

  • Physische Bedrohung: Ziel des Online-Dating ist es, jemanden kennen zu lernen. Früher oder später wird man sich mit potenziellen Partnern treffen. Allerdings kennt man diese nur aus der Ferne - über das Internet, Telefon und SMS. Das Verhalten des Gegenübers ist somit schwerer einzuschätzen. Wie wird die oder der Andere reagieren - zumal, wenn es doch nicht funken sollte? Speziell bei den ersten Dates sind also besondere Vorsichtsmaßnahmen zu berücksichtigen.

Persönliche Risiken

  • Beziehungsprobleme: Online-Dating wird von manchen neben einer bestehenden Beziehung betrieben. Die Anonymität und Distanz im Netz laden dazu ein, etwas Neues auszuprobieren. Mittlerweile gilt es jedoch als erwiesen, dass auch ein Online-Flirt vom eigenen Partner als reale Untreue wahrgenommen wird. Beziehungsprobleme sind die Folge. Nicht selten gehen Partnerschaften zu Bruch. Der Online-Flirt ist also kein Kavaliersdelikt - dessen sollte man sich bewusst sein.

  • Online-Sucht, Cybersex-Sucht: Online-Sucht entsteht, wenn sich der Internet-Flirt gewissermaßen verselbständigt. Dies gilt vor allem für Nutzer, die extrem viel online sind, intensiv mit zahlreichen Partnern flirten und chatten, aber einem Treffen stets ausweichen. Die Lust nach der Befriedigung mittels Internet kann so zur Cybersex-Sucht führen. Einige Experten definieren Cybersex-Sucht bereits ähnlich wie die übliche Substanz-Abhängigkeit: Es droht die Gefahr, in die selbst gewählte Isolation und Scheinwelt abzudriften. Kontrollverluste und Verarmung der realen Sozialkontakte sind die Folge. Wer dieses Verhalten an sich bemerkt, sollte selbstkritisch überprüfen, ob er auf dem Weg in die Sucht ist. Und gegebenenfalls entsprechende Konsequenzen ziehen.